Wanderer Wappen seit 1599

Zähler Start: 2.11. 2005

Hartenstein

Namensgebung

Der Name Hartenstein bezeichnet die Lage auf einer bewaldeten Anhöhe, abgeleitet von “der Harth”, d.h. dem weitausgedehnten Bergwalde. Diese Ableitung(en) im Namen finden sich wieder:  “Hartz, Harz auch Oberharz” bei Goslar in Niedersachsen. Das Harz bezeichnet ein Naturprodukt im Dunkelwald, eine bernsteinfarbige Flüssigkeit, die in Nadelwäldern beim Ritzen der Bäume anfallen, verkrustet und Monate später abgeschabt, als Rohstoff zur Gewinnung von Pech dient. Diese Tätigkeit der Rohstoffgewinnung wird Harzen genannt.

Der Standpunkt der primären Burganlage, d.h. die mittelalterliche Burg, Veste oder Feste Hartenstein erhob sich auf reichslehnbaren Boden und war sorgfältig ausgewählt. Weithin blickte sie über die Lande und gewährte den adligen Herren den Überblick über das von ihnen beherrschte Gebiet.

Fotos der Burg bzw. Schloss bis 1945 finden sich hier: http://www.schloss-hartenstein.com/

Das Reichslehen Hartenstein gehörte zum Burggrafen von Meißen in Sachsen (Saxonia) bei Dresden - die Verwaltung erfolgte vor Ort durch einen burggräflichen Vogt, einem ritterebenbürdigen Mann. Die ritterebenbürdige Grafen-Würde erhielt Meinher um 1200 von König Philipp.

Die Hartensteiner Grafschaft erstreckt sich von den Ufern des Mülsenbaches bis hinauf zum Fichtelberg. Bedeutsam war dabei, dass an Hartenstein, der späteren gräflichen Residenz, die wichtige Salzhandel - Straße von Halle nach Böhmen führte. Hier hatte der Vogt das Geleit zu sichern.

Kleine Hartenstein Chronik

1150 Der Gründer der Burg Hartenstein, deren Erbauung um 1150 oder etwas später angenommen werden mag, war ein Osterländischer Edler namens Meinher, der sich nach der Feste Burgwerben bei Weißenfels nannte, wo er im Dienste der Askanier das Amt eines Burggrafen (Praefectus) bekleidete.

1173 Meinherr von Werben gilt als Grundherr in dieser Gegend. Er wird in der Stiftungsurkunde von Klösterlein Zelle als Mitstifter erwähnt. Damals stand Burg Hartenstein schon. Die umliegende Grafschaft Hartenstein wird namentlich etwas späteren Ursprungs sein. Man unterscheidet/teilt zwei Gebiete: den niederwäldischen und den oberwäldischen Teil.

    Zur niederwäldischen Grafschaft um die Burg herum gehörte die Stadt Lößnitz (Salzhandelroute), die Dörfer Beutha, Thierfeld, Wildbach und Langenbach, weiter Mülsen St. Niklas und St. Jakob, endlich Vielau, Haßlau und Schönau.

    Die oberwäldische Grafschaft umfasste die Städte Elterlein (Salzhandelroute), Scheibenberg, Ober- und Unterwiesenthal, sowie etliche Dörfern wie Crottendorf (in der später die Familie um Peter Wander in den Wäldern um 1520 harzt und der ab 1529 eine von seinem Vater geerbte Glashütte betreibt, die 1536 urkundlich mit einer Eingabe an den Kurfürsten in Dresden nachgewiesen ist), Oberscheibe, Neudorf und Dörfel.

    Die nieder- und oberwäldische Grafschaft war durch das Gebiet der Abtei Grünhain getrennt, das in seiner überwiegenden Hauptmasse auf Schenkungen der Meißner Burggrafen beruhte. Vermutlich fand Meinher III. in der dortigen Klosterkirche als der einzige seines Hauses sein Begräbnis.

    Wappen: Der Schutzheilige war, wie man damals sagte, der Zwölfbote Andreas, darum ist ihm neben der heiligen Dreifaltigkeit jenes Klösterlein Aue gegenüber geweiht, darum führte sie das Andreas Kreuz, an dem ihn die Legende in besonderer Weise den Märtyrertod erleiden lässt, in ihrem Schilde. Das wurde auch das Zeichen ihrer erzgebirgischen Grafschaft, und so führten es auch deren Städte Lößnitz als die regionale  Hauptstadt, danach Elterlein und als jüngste Hartenstein.

1197 Es wird des Meinhers Sohn sein, der 1197  als Graf des Geschlechtes der Meinheringer urkundlich erwähnt wird.

1296 Einer der Burgvögte benennt sich nach dieser Burg, deren Verwaltung er im Auftrage seines gräflichen Lehnsherren durchführt. In einer Urkunde vom 3. Februar 1296 erscheint ein Gebhard (Gerhard) von Hartenstein, der Güter im Altenburgischen hat.

1320 Streit und Fehden machten die Burgherren zu einer Last für die weitere Umgebung. Der Pfarrer von Neumark berichtet dies zum Beispiel.

1406  Sitzen auf der alten Burg mit ihrer weitausgedehnten „Grafschaft" erst die Herren, dann die Grafen, noch später die Fürsten von Schönburg. Hartenstein wurde am 2. Juli 1406 zunächst als Pfand erworben - ein eigentlicher Verkauf fand nicht statt, weil des Verpfänders Sohn, Burggraf Heinrich II. von Meißen, der letzte Vertreter seines Hauses im Jahre 1426 stirbt, d.h. genau. Diese Pfändungsurkunde ist für manchen Ort in der Grafschaft, so wie Crottendorf, die erste namentliche Erwähnung.

1426 Hussitenschlacht bei Außig getötet wird. Zu der Zeit war das ganze Gebiet noch Reichslehn

1439 Es wird Reichsafterlehn, nachdem es 1439 den sächsischen Kurfürsten  übereignet war. Der Pfanderwerber war Veit I. von Schönburg, dann sein Urenkel Ernst II. (gestorben 1534), der Ahn aller Fürsten und Grafen von Schönburg. Veit I. ließ die Burg umbauen. Veit I. vererbte Hartenstein seinem dritten Sohne Hugo I. (gestorben 1566), dem Stifter der sogenannten oberen Linie, dieser wiederum seinem Sohne Hugo II. (gestorben 1606).

1455 Hier fanden die befreiten Kurfürstensöhne Ernst und Albrecht, die Ritter Kunz von Kaufungen entführt hatte, ihr erstes Nachtlager nach der geglückten Errettung.

1559 Die oberwäldische Grafschaft inkl. Crottendorf hatte Kurfürst August mit Zähigkeit 1559 den damals noch unmündigen Söhnen des oben erwähnten Ernst II. abgerungen. Daher ist für dieses Gebiet die Holzordnung von 1560 entstanden, in dessen Folge die Glashütte geschlossen wurde.

Die weiteren Eigentümer und Besitzverhältnisse spielen für unsere Familiengeschichte wegen Fortzug der Glasmacherfamilie Wander von Cottendorf gen Böhmen keine große Rolle, wen es interessiert kann es nachlesen bei Tobias Schuster http://www.schuster-tobias.de/Hartenstein/H8.htm  oder liest die Stadtgeschichte: http://www.stadt-hartenstein.de/

Schlossruine Hartenstein

1945: am 20. April 1945 wird das Schloss durch amerikanische Bomben zerstört. Es gehörte dem Fürsten Alexander von Schönburg-Hartenstein. Man hätte ihn zur Kapitulation aufgefordert und ein Ultimatum gestellt. Der Graf habe daraufhin die weiße Fahne gehisst. Die Gräfin hätte sie aber wieder eingeholt und hätte die Hakenkreuzfahne aufgezogen. Dies sei mit einem Bombenangriff quittiert worden. So wurde es von Zeitgenossen in Hartenstein erzählt. Seitdem existiert es nur noch als Schlossruine Hartenstein. Die Familie verließ danach ihre Heimat und siedelt zu Verwandten in Wien über. Genealogie-Daten: http://genealogy.euweb.cz/schonburg/schonburg7.html

Die Enteignung des ehemaligen fürstlichen Besitzes von 120 Hektar Land und 1300 Hektar Wald erfolgt durch die Bodenreform. Die Gebäude des äußeren Schlosshofes werden zu Wohnungen ausgebaut. Die Rittergut-Fläche teilten sich nach der Bodenreform drei Bauern, die später in eine LPG mündete.

1998 Am 28. 01. beschließt der Hartensteiner Stadtrat im nichtöffentlichen Teil der Sitzung den Verkauf der Schlossruine Hartenstein an Hertha Sellmaier für den symbolischen Kaufpreis von einer Mark. http://www.zwickauerland.de/Landkreis/Chronik/1998.htm

Bilder der Schlossruine http://www.ferienland-erzgebirge.de/pages/hartenstein/schloss.htm

 

 

 

[Startseite] [Aktuelles] [English Info] [Foto-Galerie] [Genealogie] [Glas] [HvF Braunschweig] [Inhalt] [Impressum] [Links] [Quellen] [Regionales] [Amerika] [Crottendorf] [Bischofsgrün] [Böhmen] [Thuringia] [Heere] [Spenden] [Stammbaum] [Themen] [Verkäufe] [Wappen]