Wanderer Wappen seit 1599

Zähler Start: 2.11. 2005

Genealogie

Der Crottendorfer Urstamm

mit Generationsangaben in römischen Zahlen vorweg, die nachgestellten römischen Zahlen unterscheiden Namensgleichheiten

//!// Diese Generationsangaben und Jahreszahlen sind noch im Status der Überprüfung - siehe meine Ausführungen unten!

Wander, N.N. = Nicht Namentlich.

1440 ca. Geboren, stirbt nach 1497 als Glashüttenmeister in Crottendorf bei Annaberg im westlichen Erzgebirge (heute Bundesland Sachsen), errechnet da als Großvater erwähnt in der Urkunde von Peter Wander von 1537. Die Hütte war bis 1497 im Besitz von Lorenz Schürer, der bislang als erster Hüttenbesitzer gilt. Der wird 1493 urkundlich erwähnt, mußte 7 Schock und 40 Groschen Erbzins pro Jahr entrichten.. Die Höhe der Steuern lässt vermuten, dass die Erbgerichtsbarkeit zum Hüttengut dazu gehörte. Die variantenreiche Produktion von Trinkgläsern und Humpen durch die Glashüttenleute macht tieferen Sinn dadurch, daß diese Glashütte wie viele andere Glasmacherhütten von Anfang an mit Priviliegien u.a. mit Brau- und Schankrecht ausgestattet war - also Glashüttenwirt im kombinierten Nebenberuf.

II Ambrosius Wander

1470 ca. geboren/errechnet in Crottendorf, gestorben ebd. 1529,

Besitzer der Glashütte und des Hüttengutes Crottendorf. Nach seinem Tode übergibt er an seinen Sohn Peter

III  Peter Wander (I)

1500 ca. geboren/errechnet  in Crottendorf, Glashüttenmeister ebd., unbekannt wann gestorben, Sterbe-Ort unbekannt eventuell Grünwald in Böhmen,

1520 In den erzgebirgischen Waldgebieten um Crottendorf (Scheibenberg, Bärenstein bis Fichtelberg: Panorama) wurde aus dem bernsteingelben Harz der angeritzten Nadelbäume, der Fichten und Tannen  Pech hergestellt, u.a. in Crottendorf in der Pechhütte, die 1805 noch im Schocksteuerbuch als Kurfürstliche Pechhütte aufgeführt ist. Am 23.11.1819 erst wurde das Harzen durch ein königliches Dekret in staatlichen Wäldern eingestellt. So verfiel die Pechhütte und im Crottendorfer Häuserbuch von 1830 steht an dieser Stelle ein neu erbautes Haus - dies ist das heutige Haus Nr. 250 an der Dr.-Wilhelm-Külz-Str. am Schießberg und gehört im Jahre 2002 der Familie Lang.

Damit die Harzer den Wald nicht zu sehr schädigten, stellten die Waldeigentümer (Kurfürsten oder Klöster) nur bestimmte Waldgebiete = die Harzweide mit Bedingungen zu, die in Harzweidbriefen schriftlich niedergelegt wurden. Nicht jeder erhielt einen Harzweidbrief - der Mann mußte einen guten Leumund haben.

1520 Peter Wander erhielt vom Abt des Kloster Grünhain die Erlaubnis, in den Klosterwäldern am Bärenstein zu Harzen. Die Arbeiten der Harzer wurden von Pechsteigern und anderen Forstbediensteten kontrolliert. Das Pech war ein Handelsprodukt, das ebenso wie das Salz aus Halle weit bis nach Böhmen hinein abgesetzt wurde. Der Erzgebirgs-Chronist und Pfarrer Christian Lehmann im 17. Jh. in Scheibenberg schreibt später über das Hartzen  darüber folgendes: “Besonders die Crottendorfer harzten viel und zogen handelnd in die Fremde und blieben oft Jahre aus”. Dieser Hinweis erklärt wohl, das im späteren Verlauf der Familiengeschichte in der zweiten Hälfte des 16. Jh. nicht alle Familienmitglieder gen Böhmen gegangen sind.

1520er Jahre die Reformation hält Einzug im Erzgebirge

1526 von Peter Wander zu Crottendorf “dass Harzen im Stahlbergk und neben den Bernstein also verschrieben, daß er und seine Kinder darbei gelaßen, und Jährlichen auf Nicolaj 2 Centl pechs in daß Ambt Schlettau davon Zinßet”

1529 stirbt der Vater Ambrosius und Peter Wander erbt die Waldglashütte

Historische Waldglashütte mit Ofen im Hintergrund und Glasbläser in typischer Berufskleidung  mit Bauchleder  im Vordergrund - Ancient European forest glass works in the background and glass worker - a blower, holding the pipe and blowing hot glass in the foreground

1537 Die Sippe der Familie Wander wird in Crottendorf mit 30 abgabenpflichtigen Besitzern angegeben.

1550 Übergibt er dem Sohn Brosius (s. IVa) die Glashütte  in Crottendorf und geht mit seiner restlichen Familie nach Böhmen

 

IVa Brosius

1525 Geboren/ bislang in Familienunterlagen auf 1530  in Crottendorf datiert (s.u.), da er 1550 die Hütte in Crottendorf übernimmt. Inhaftiert bis 26.6. 1557 wegen Holzfrevel. Er übergibt am 18.4. 1559 die Glashütte an seinen Schwager & Richter im Erbgericht Christoph Schürer.

1559 sind in Crottendorf  nur noch die Namen: Barthel Wander, Merten Wander und Jacob Wander zu finden (Anm.: ich suche Namensträger - Nachfahren - bitte via Gästebuch melden).

1560 wurde die Glasherstellung wegen zu hohem Holzverbrauch auf Anordnung von Kurfürst August eingestellt. Der Verkauf des Holzes erbrachte bei den umliegenden Erzgruben als Grubenholz und zum Feuersetzen vor Ort, d.h. im bergmännischen Untertagebetrieb zum Verspröden von Stein und Erz für leichteren manuellen Abbau einen höheren Profit. Die Besitzer wechseln in der Folge - bis in die Gegenwart sind 22 Eigentümer durchgezählt. 1662 brannte das historische Hüttengut nieder, 1772 wurde der heutige Gasthof gleichen Namens umgebaut und unterkellert. 1876 brannte der Glashütten-Gasthof erneut nieder, wie man der umfangreichen Glashütten-Chronik erstellt um 1980 von Sonja und Matthias Öser entnehmen kann.  Wie man sieht, ist die Glashütte als Glasproduktionsstätte verschwunden, aber das Schankrecht ist bis in die Gegenwart geblieben - der aktuelle Betrieb mit Fotos und historischen Informationen zu Glasprodukten wie Trinkgläser aus der produzierenden Zeit sind in einem kleinem Ausstellungsraum zur Hüttengeschichte enthalten, die  Freizeitangebote des Betriebes sind über einen Link zu erreichen - bitte dazu das Wappen-Bild aus dem Crottendorfer Austellungsraum anklicken

 

Wappen in Crottendorf

Anzumerken ist aus meinen Recherchen zur historischen Darstellung der Familiengeschichte, dass das Wappen von 1599 an die Familie Wander in Grünwald erblich verliehen wurde. Anno 1599 auch ohne Prädikat “von Grünwald”  - dieser Zusatz erfolgt für einen Teilzweig der Familie in Labau im 17. Jh. (Darstellung folgt später)  Der Urstamm um den Glashüttenbetrieb der Familie Wander in Crottendorf hat definitiv kein Wappen und die Namensbezeichnung “Wanderer “ ist auf der Webseite Familie Öser definitiv falsch, die hießen “Wander”. Die Schreibweise Wanderer haben die Crottendorfer Nachfahren rund 150 Jahre später in örtlicher Beugung im Fichtelgebirge in Oberfranken erst ab ca. 1611 in den Kirchenbüchern von Bischofsgrün erfahren (männliche Beugung: Wanderer - analog weibliche Beugung: Wanderin) - ein lebendes Mitglied der Familie Wander aus der Nähe von Dresden - Meissen hat in Kenntnis der Geschichte diese Einverleibung - Ansiedelung des Wappens ab ca. 1940 “häufig reserviert” in der Literatur zur Familie Wanderer jenseits Bischofsgrün als inkorrekt betrachtet, dies bereits vor Jahren ( Sommer 1999) bei mir bei meinen schriftlichen Umfragen zu Recht bemängelt - dieser Fehler hält die Gemüter der Mitglieder der Familie Wander am Kochen und die Familienzweige auseinander, da er bis dato - wie man über den Link ja sieht - nicht korrigiert wurde. Daher bedaure ich die Folgen dieser langjährigen Geschichtsverfremdungspraktiken und unterstütze die Rechtsauffassung der erbberechtigten Mitglieder in der Familie Wander hiermit eindeutig. Mit Glückauf geschrieben am 6. Juli 2006!

IVb Georg (I)

Geboren/errechnet in Familienunterlagen bislang datiert auf 1530  in Crottendorf, da auf einem handgemalten Wanderer-Wappenglas andernorts 1747 (200 Jahre später in Bischofsgrün produziert) nur namentlich so erwähnt, Der Wappenbecher steht im Bestand vom Nationalmuseum Warschau - Muzeum Naradowe Warsawa. Die darauf gemalten, verewigten genealogischen Informationen wurden produziert von Peter Christoph Wanderer, geboren 10. Juni 1686 - also im hohen Alter von 61 Jahren produziert. Der Becher ist sehr hübsch anzusehen, ist in der Fachliteratur lange bekannt / erwähnt und diskutiert, hat aber einen wesentlichen Fehler, die III. Generation von Peter Wander und sein zweiter Sohn Brosius wird überhaupt nicht erwähnt - der Becher fängt mit Ambrosius an und springt unter Auslassung von Peter und seinem 1. Sohn gleich in die 5. Generation zu Georg Wander, Hüttenmeister in Grünwald.

Über den jüngsten Eingang der Email-Nachricht von Andreas Pügner mit dem Nachweis der Erwähnung von 1526 im Plural (Peter Wander und seine Kinder) stimmen alle alten Berechnungen Datierungen in den bekannten Familienunterlagen und älteren Familienliteratur nicht mehr.

1530 ist vier Jahre nach der Erwähnung von 1526, d.h. im Abgleich mit unseren Unterlagen noch nicht geboren - Kleinkinder gehen nicht zum Arbeiten mit in den Wald - also ist dieses bislang in den Unterlagen stehende Geburtsdatum sehr zu korrigieren - wenn er z.B. als 16jähriger mit dem Vater anno 1526 zum Arbeiten in den Wald ist, dann liegt die Geburt um 1510, war er noch älter dann nähern wir uns dem Jahre 1500 immer mehr.

Das hat zur Folge, daß die Berechnung für Bruder Brosius und auch das Alter des Vaters Peter Wander sich um mindestens 15-20 Jahre verschiebt - auch verschieben sich die angenommenen Sterbedaten, die genealogische Auswirkung berechne ich demnächst, d.h. die Korrekturen in obiger Darstellung folgen alsbald, vielleicht finden sich weitere Indizien in den Akten zu und rund um Crottendorf, wäre schön - um die Ergebnisse / Berechnungen noch besser zu datieren. (Aktualität 6. Juli 2006)

Die zahlreichen = 105 Glashüttenstandorte im Erzgebirge und Vogtland sind vom 13-19. Jh. in einem Buch von 2005 bereits erfasst http://www.erzgebirgsglas.de/html/glashutten_karte.html und http://www.erzgebirgsglas.de/html/glashutten_liste.html

 

Ein Georg Wander lebt später in Grünwald im Isergebirge (im Anfang d. 20. Jh. eingemeindeter Stadtteil von Gablonz), wird als Glashüttenmeister erstmals erwähnt in Salzrechnungen der nordostböhmischen Stadt Reichenberg am 8.9.1568, wo er einmal als "Meister Georg uff der Hütten " und 'Meister uff der Hütten' vorkommt.

 2 Söhne in Grünwald geboren:

     1. Elias (I), * um 1560 (angenommen),  sh. Va;

     2. Georg (II), * um 1560 (angenommen),  sh. Vb.

 

Die Glashütte Grünwald ist um 1548 von einem Franz Kunz (auch Kuntz) im Auftrag von Peter (I) erbaut worden. Da ein namensgleicher Peter Wander 1598 die ca. 10 km entfernte Glas-Hütte in Friedrichswald im Isergebirge gegründet hat, könnte Georg I auch noch einen dritten Sohn gehabt haben – oder es ist ein Peter Wander aus der weiter oben genannten rund 30-köpfigen Wander-Familie. Die genealogische Beweisführung ist mir bis heute nicht exakt gelungen, denn die Kirchenbücher beginnen in Böhmen z.B. in Reichenberg 1625, in Röchlitz 1652, in Massersdorf 1652, in Nabsel 1667, in Morchenstern 1689, in Reinowitz 1724 und in Gablonz an der Neiße erst 1732 usw.

 

Va Elias I, Sohn v. Georg I (siehe IVb),

  * um 1560 (angenommen) in Grünwald, ? in Grünwald? Als Glashüttenmeister ebd.;  Elias und sein Bruder Georg werden 1590 unter den Stiftern für die protestantische Kirche in Gablonz genannt. Ein Sohn in Grünwald geboren, führt weiter.

 1. Elias II, * um 1590, Linie Bischofsgrün, Grundstamm ... s. VIa;

 

Vb Georg II, Sohn von Georg I (siehe IVb,)

  * um 1560 in Grünwald (angenommen), ? zw. 1600 und 1608 ebd. [  mit Anna N.N . Die Glashütte wurde zwischen 1600 und 1608 an den Glasmacher Gerhard Ewald verkauft. Nachdem die Grünwalder Glashütte verkauft wurde, hatte Georg Grundbesitz (Gutsbesitz) im Dorf Kukan, das ein paar km südlich von Gablonz liegt. Kukan gehörte zum Gericht Marschowitz. Hier blieben die Witwe Anna und Söhne. Georg II führt die weitere Grünwalder Linie an, sie wird hier in diesem Manuskript nicht weiter geführt, sondern ist separat zu ergründen.

 

Die Familie Wander war protestantischen Glaubens. Zwar hatte Rudolf II den Protestanten im „Majestätsbrief“ vom 9.7.1609 Religionsfreiheit zugesichert, sein Wort jedoch nicht gehalten. Elias hat höchst wahrscheinlich auf Grund dessen, d.h. bereits in dieser Regierungszeit einsetzenden Gegenreformation, die väterliche böhmische Hütte verlassen. Vermutlich war er zuerst in Themar in Thüringen, zog dann nach Effelder, wo er um 1602 Barbara Grünbeck heiratete. Danach hat er sich in Bischofsgrün auf Dauer angesiedelt.

 

Von den beiden Brüdern nimmt Elias als Urvater der Bischofsgrüner Wanderer und weiterer Familien-Linien eine besondere Stellung ein, da er von Böhmen im Jahre 1611 ins Fichtelgebirge nach Bischofsgrün übersiedelte. Ab dort taucht hier der nach lokaler Schreibweise abgewandelte Familienname Wanderer in den Kirchenbüchern auf.

 

In Bischofsgrün, d.h. im Fichtelgebirge, bestand seit langer Zeit eine bedeutende Glasindustrie, die aber hinsichtlich der Qualität des Glases und des künstlerischen Geschmacks mit den böhmischen Hütten nicht wetteifern konnte. Erst im ersten Viertel des 17. Jahrhundert trat hier ein Wandel ein. Es ist wohl kein Zufall, daß bald nach dem Auftreten des Elias Wanderer in Bischofsgrün die Glaskunst des Fichtelgebirges starke Ähnlichkeit mit der böhmischen Glaskunst aufweist. Elias scheint nicht unbemittelt nach Bischofsgrün gekommen zu sein, denn sofort trat er in verwandschaftliche Beziehungen mit der alten Glasmacherfamilie Glaser, welche die Dorfglashütte besaß. Die Geldquelle von Elias wird mit dem Verkauf der Grünwalder Hütte 1600 – 1608 zusammenhängen. Im Jahre 1632 schenkte Elias der Bischofsgrüner protestantischen Kirche einen neuen Chorrock.

 

Am 14. Nov. 1652 erlangten er und seine beiden Söhne eine Erneuerung des Wappenbriefes von 1599 durch den Palatinatsgrafen Christoph Agricola zu Bayreuth. Der Wappenbrief hat den Vermerk: „daß Original ist zu finden zu Bischofsgrün, anjetzo bey Joh. Wolfgang Wanderer, Schuldiener und Organist“

 

Elias kam 1611 gestorben 1657 in Bischofsgrün. Dieser Urahn führt über seine Kinder und Kindeskinder aus dem Crottendorfer Urstamm, via Bischofsgrüner Grundstamm diverse Linien und mit Verästelungen hier & andernorts bis in die Gegenwart.

 

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