Wanderer Wappen seit 1599

Zähler Start: 2.11. 2005

Crottendorf

Crottendorf im Erzgebirge

Crottendorf liegt in Sachsen im oberen Erzgebirge unweit von Annaberg-Buchholz und nahe zu der böhmischen - tschechischen Grenze unweit Grenzstadt und Kurort Oberwiesenthal. Es ist der erste Ort am Oberlaufe der am Fichtelberg entspringenden Zschopau (Flußname sorbisch = die Rauschende, Tosende). Die Ortschaft erstreckt sich in einer Höhe von 600-700m über NN mit ca. 5-6 km Länge durch ein breites flaches Muldental im Miriquidi = Dunkelwald (historisch ab 600 am Nordrand von Sorben dünn besiedelter Raum nach der Völkerwanderung der Germanen).

1000 n. Chr.

Ab ca. 1000 erfolgte die Eroberung inklusive Missionierung im Osten. Die mit Burgen befestigten Gebiete konnten sich aber nur im Sorbengebiet halten, wenn sie durch deutsche Bauern im Land verankert wurden. So holten die Burgherren aus deutschen Landen landlose Bauern und siedelten sie zwischen den Sorben an. Die Deutschen teilten die eroberten Gebiete in Marken ein, die Verwalter waren die Markgrafen.

Crottendorf im Miriquidi zählt zu den ältesten Ansiedlungen des Erzgebirges, es gehört zum Erzbistum Naumburg. Durch Crottendorf führte eine alte Fernhandelsstraße für Salz und zwar von Halle, über Leipzig durch Grafschaft + Burg Hartenstein, auch durch Schlettau, Elterlein http://www.wegegehen.de/salzstrasse%20elterlein%20schlettau.html , ins Böhmische bis nach Prag. Diese Handelsroute, die historische Salzstraße - der sogenannte “Böhmische Steig” war weiterbestimmend für die Entwicklung von Handwerksberufen wie Schmiede und Stellmacher. Gleichzeitig entwickelte sich die Landwirtschaft. Der Böhmische Steig ist als alte Salzstraße in einer Urkunde der Marienkirche zu Zwickau im 11. Jahrhundert nachgewiesen. Lange zuvor werden die alten Hohlwege in den Wäldern s Erzgebirges den Kelten schon als Handelspfad gedient haben.

1100 n. Chr.

Gegründet wurde der Ort Crottendorf auf dem Gebiet, das zum Reichslehen des Geschlechtes der Meinheringer gehörte, deren Stammsitz war die Fest Burgwerben an der Saale bei Weißenfels war. Dieses Reichslehen war zunächst ohne genaue Grenzen.

Die Burg der Meinheringer in diesem Gebiet wird erst als Burg Hartenstein, dann als Schloss Hartenstein erwähnt. Das Reichslehen wurde 1157 erstmals bezeugt. Die Burg wurde 1170 zu Zeiten von Friedrich I Barbarossa (1152-1190) fertig gestellt, der den Miriquidi damit planmäßig kolonisierte. Die Burg bzw. das Schloss ist heute eine Ruine, das am 20. April 1945 durch amerikanische Bomben zerstört wurde.

1200 n. Chr.

Das exakte Gründungsjahr von Crottendorf ist nicht bekannt, d.h. der Ort wurde ca.  Mitte des zwölften Jh. in der Grafschaft Hartenstein als  bäuerliches Waldhufendorf  mit 16 Hufen durch Lokatoren (lat. Locus = Ort) angelegt.

1400 n. Chr.

Ab 1406 war die Gegend ein Teil des Herrn Veit von Schönburg. Die Grafschaft Hartenstein wurde am 2. Juli 1406 von den Meinheringern verpfändet, in dieser Urkunde wird Crottendorf zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Zur Zeit der Hussitenkriege (1419 – 1436) wurde Crottendorf im Jahre 1429 fast gänzlich zerstört, die Kirche geschändet.

1439 werden die Schönburger endgültig Eigentümer der Grafschaft Hartenstein und damit Lehnsherren über den Ort Crottendorf und das verwüstete Dorf wieder aufgebaut..

1500 n. Chr.

1522 - 27 die Umgebung ist reich an silberhaltigen Erzfunden, es werden 1522 die Bergstädte Scheibenberg und Oberwiesenthal gegründet. In Crottendorf selbst gibt es keine Silbererze, es wurde jedoch ein wichtiger Ort zur Verwaltung der “Hohen Wälder”

1536 erste Erbbuch-Erstellung im Amt Schwarzenberg, Das liegt aktuell im Hauptstaatsarchiv HSTA in Dresden Erbbuch Loc 38068/69

1539: Ernst von Schönburg und sein Land, damit auch Crottendorf, traten am 1. August der reformierten = evangelischen Landeskirche bei.

1556 In den Kirchenvisitationsakten wird zum ersten Male von einem Schulgeld (Predium) geschrieben.

1559 zweites Erbbuch. Es wird von den Gebrüdern von Schönburg in Hartenstein das Amt Crottendorf wird mit dem östlichen Teil der Grafschaft Hartenstein, den sogenannten “oberwäldischen Teil”, für 146 Tausend Gulden an die Wettiner, d.h. an den sächsischen Kurfürsten Vater August (I) (1553 – 1586) abgegeben. (Quelle HSTA Dresden, Rep. XII, Schwarzenberg No.11 Loc. 37341) Der Kauf begründete sich auf die großen Waldungen, auf die reichen Wildbestände und ergiebige Erzvorkommen. Im gleichen Jahr 1559 wird auf Befehl von Kurfürst August das neue Erbbuch des Amtes Schwarzenberg einschließlich des neu gekauften Amtes Crottendorf angelegt (HSTA Dresden Rep. XL VII, Schwarzenberg, No. 5 Loc. 38068, Bl 169 ff und  ein Tip übermittelt von Andreas Pügner  http://www.puegner.de/ vom 5.7. 2006: Die Mormonen haben die Gerichtsbücher des Amtes Schwarzenberg komplett verfilmt. Die Filme kann man sich in den "Zweigfilialen" der Kirche , von denen sicher auch eine in Ihrer Nähe ist, bestellen, ausleihen und an Lesegeräten anschauen. Vielleicht würde es sich auch lohnen sich als Gast in der Erzgebirgs-Mailingliste des AMF anzumelden, und dort mal eine Anfrage zu stellen)

1560 Die Einwohnerzahl laut Holzordnung liegt bei 109 Eigentum besitzende Mann. Die Kopie dieser Holzordnung bzw. die komplette Namensliste dazu suche ich noch

1565 wurde vom Kurfürsten angeordnet, das sächsisch-böhmische Grenzgebiet einschließlich Crottendorf mit einem Wildzaun zu umgeben, damit der Kurfürst mit seinen Gästen ungehindert seiner Jagdlust nachgehen konnte. Mehrere Schreiben von Kurfürst Vater August beweisen, daß er während seiner Jagdzeit bei Crottendorfer Bürgern nächtigte.

1575 entdeckt der Steindrechsler David Hirschfelder, dass der Crottendorfer Kalkstein die Qualität von Marmor besitzt.

1587 der systematische Abbau des Marmor erfolgt auf Veranlassung vom kurfürstlichen Baumeister Johann Maria Nosseni, daß die Kalk- und Marmorvorkommen planmäßig abgebaut werden. Marmor dient dabei zur Herstellung von Kunstwerken. Jeder, der Kalk brannte, mußte an den Landesherrn 4 Reichstaler für Brennholz und 3 Reichstaler als Zehnt für 50 Faß Kalk entrichten - es sei eine Randbemerkung erlaubt: ab 2007 haben wir keinen Zehnt mehr, sondern mit der jetzt beschlossenen Steuererhöhung von aktuell 16% auf dann 19% Mehrwertsteuer fast das doppelte als wie frühere Bürger zu leisten - meine Geschichtslehrer an der HvF Braunschweig wiesen 1961 stolz darauf hin, daß mit 9% Umsatz-Steuer wir bessere Zeiten als die Leute im Mittelalter mit ihrem Zehnt hätten.

1600 n. Chr.

Der allgemeine Schulzwang wurde um 1600 eingeführt.

Kurfürst Johann Georg I. (1611 – 1656) und auch Johann Georg II (1658 – 1680) fischten bzw. jagden in den Crottendorfer Revieren und erbauten in der Nähe des ehemaligen Erbgerichtes ein Jagdschloß, das gleichzeitig als Zeughaus (Kriegszeug: Waffen, Munition, Pulver) diente.

1587 veranlaßte . .

Zur vollen Blüte gelangte der Marmorbruch nach dem 30-jährigen Krieg. Zwei fremdländische Steinmetze und zwei Bruchmeister mit 15-18 Handlangern brachen mit einfachen Werkzeugen den Marmor und verkauften ihn in großem Umfang weiter. Der Marmorbruch zu Crottendorf erlangte durch die hohe Qualität des Marmors einen guten Ruf. Zum Beispiel wurde der Marmor beim Bau des Rathauses in Amsterdam verwendet, desweiteren für die Statue des Königs Friedrich August vor dem Peterstor in Leipzig, für das Monument der zu Celle verstorbenen Königin Mathild von Dänemark, für Platten in der Hofkirche in Dresden und für unzählige Leichensteine im In- und Ausland.

Während des 30jährigen Krieges zerstörten die Truppen des Generals Holck im Jahre 1632 den Ort. Die 1643 von den Schweden abgebrannte Kirche wurde 1654 wieder aufgebaut. Aus dem Jahre 1663, nach Überwindung der verheerenden Kriegsschäden, stammen die ältesten handschriftlichen Nachrichten über die Freischützengesellschaften. Die alljährlich stattfindenden Schützenfeste (Vogelschießen), an dem selbst die Kurfürsten teilnahmen, entwickelten sich zu den traditionellen Volksfesten.

1700 n. Chr.

Auf den Fluren des heutigen Erbgerichtes wurde im Jahre 1713 erstmalig der Kartoffelanbau im Erzgebirge versucht. 1771/72 grassierte im Erzgebirge eine große Hungersnot.

Aktuelles zur rund 4.700 Einwohner-Gemeinde: http://www.crottendorf-erzgebirge.de/  oder Ortslage, Panoramabild, Geschichtliches und viele weitere Basisdaten: http://de.wikipedia.org/wiki/Crottendorf

Panorama-Foto usw. historische Informationen vom heutigen Glashüttenwirt siehe. http://www.urlaub-anbieter.com/Gasthof-zur-Glashuette.htm  bzw. direkter Link: http://www.gasthof-zur-glashuette.de/ 

Walthersdorf am Fuße des Scheibenberges (807m) seit 1999 Ortsteil von Crottendorf http://www.walthersdorf.de/ - mit viel historischen Daten und natürlich Bildmateria. Die Gründung dieses Ortes erfolgte 1180-1250 durch den Lokator Walther. Der unweit von Crottendorf liegende Ort gehörte in dieser Zeit zur Herrschaft Schlettau http://www.schloss-schlettau.de/ .

Schlettau Die Herrschaft in Schlettau http://www.schlettau.de/ gehörte den edlen Herren Friedrich und Bernhard von Schönburg mit Sitz auf Hassenstein. (Anm.: Der Hassenstein liegt heute als Burgruine Hasištejn in Böhmen unweit der Ortschaft Misto etwa 6 km westlich von Chomutov auf einem Felsvorsprung über dem Brunnersdorfer Bach (Prunerovsky potok) http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Hasi%C5%A1tejn  Fotos: http://www.zamky-hrady.cz/6/hasistejn-d.htm oder http://www.ins-erzgebirge.de/haupt.php?d=cz01

Schlettau wurde im 14. Jh.  durch König Karl IV von Böhmen belehnt, die Schönburger bauten in Folge dessen als erste eine Burg, um die alte Salzstraße von Halle über Zwickau nach Prag zu sichern. Die Herrschaft Schlettau wurde 1413 von Friedrich von Schönburg dem Zisterzienser-Kloster Grünhain verkauft und bis 1500 als Abtsresidenz http://www.ins-erzgebirge.de/haupt.php?d=ana01 zum Schloss umgebaut .  Nach der Reformation 1533 wurde 1536  das Kloster säkularisiert, der sächsische Kurfürst wurde Eigentümer. Die Kurfürsten nutzten das Schloss vom 16. bis 18. Jahrhundert als Jagdschloss und es diente als Sitz einer Oberforst- und Wildmeisterei.

Suche für die regionale Untersuchung einen passenden Erzgebirge-Ausschnitt als Scan aus der Landkarte von Petrus Schenk im Atlas Saxonicus Novus von 1753 - wer hilft weiter?

 

Portal zur Erkundung für die Umgebung: http://www.arzgebirg.de incl. Übernachtungsmöglichkeit bei der pension Pension Oehler

 

Literatur:

1.) Paul Merz; Chronik der Kirchgemeinde Crottendorf, Verlag Jahn und Herold in Crottendorf im Erzgebirge, 1925; 26 Seiten

2.) Weiterhin ist von den Ortschronisten Günter Gehler, André Hunger, Helmut Nestler, Danilo Richter, Johannes Schreiber, Viola Stimpel, Gisela Wetzel und Werner Wiedemann im Auftrag des Gemeinderates Crottendorf eine über 330 Seiten starke Chronik im Jahre 1998 mit vielen lesenswerten Kapiteln erschienen: Titel: Crottendorf - Unsere Heimat, Bibliographisch erfaßt unter ISBN 3-9805904-2-9, produziert vom Heidler und Fahle Verlag Scheibenberg

3.) Enderlein, L. : Kloster Grünhain im Westerzgebirge. Besitz, Herrschaftsbildg. u. siedelungsgeschichtl. Bedeutg. -- Schwarzenberg, Glückauf-Verl., 1934. 224 S.;  Leipzig, Diss

4.) Danilo Richter; Crottendorf - unsere Heimat; Vlg. Marienberg im Februar 2006, ISBN 3931770656, 420 Seiten

5.) Jochen Wanderer; 400 Jahre Wappen der Familie Wander: 1599-1999, Wanderer aus Crottendorf im Erzgebirge. Ein Beitrag zum & vom Familientreffen in Bischofsgrün am 17./18. September 1999 (Broschüre),  ISBN 3895271802, 23 Seiten,

 

 

 

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